Restorativ oder Yin?

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen restorativem Yoga und Yin Yoga?

Beide sind ganz ruhig. Bei beiden bleibt man lange in den Haltungen. Bei beiden taucht man ein in einen Entspannungszustand und lässt die Muskeln los. Und bei beiden benutzt man eventuell Hilfsmittel. Und doch handelt es sich um zwei unterschiedliche Yoga-Richtungen mit unterschiedlichen Zielsetzungen. Im Folgenden zeige ich die grundlegenden Unterschiede auf:

Yin Yoga…

  • entstand in den 1980er Jahren in den USA.
  • zielt auf körperlicher Ebene besonders auf das Bindegewebe, die Faszien und die Knochen und nutzt dafür Dehnung (des Bindesgewebes, nicht der Muskeln) und Kompression.
  • verbindet Yoga und traditionelle chinesische Medizin (TCM). Es wirkt deshalb auch auf energetischer Ebene und arbeitet gezielt mit den Meridianen (Energiebahnen) der TCM.
  • ist keine reine „Wohlfühlentspannung“: in den Haltungen soll eine gewisse Intensität zu spüren sein.
  • Die Positionen werden in der Regel zwischen einer und zehn Minuten gehalten, fortgeschrittene Yin Yogis halten auch mal länger.
  • Hilfsmittel werden eingesetzt, sind aber nicht zwingend notwendig.
  • Eine Herausforderung ist das Finden der richtigen Intensität, das Erforschen der Grenze.

Restoratives Yoga…

  • geht auf das klassische Hatha Yoga zurück, insbesondere nach Iyengar.
  • Ziel ist tiefe Erholung, Regeneration und Heilung.
  • Der Körper wird durch zahlreiche Hilfsmittel so unterstützt, dass er ohne Anstrengung in einer Yoga-Haltung bleiben kann. Durch diese Unterstützung kann er vollständig loslassen, entspannen und sich öffnen.
  • Im Gegensatz zum Yin Yoga sollte die Position im restorativen Yoga so angenehm wie nur möglich sein. Es wird eine geringe Intensität der Haltung angestrebt. Die unterstützte Haltung soll ein Gefühl von Geborgenheit und Vertrauen transportieren.
  • Die Positionen werden oft 20 Minuten (oder länger) gehalten.
  • Der Geist wird gemeinsam mit dem Körper in tiefe Entspannung eingeladen und kommt in einen meditativen Zustand .
  • Eine Herausforderung ist es, den Geist zwischen Schlaf und Unruhe am richtigen Ort zu halten, nämlich an der Schwelle zum Schlaf oder in entspannter Meditation. Die Gedanken ruhig und der Geist wach.

Yin Yoga und restoratives Yoga sind sich also ähnlich, haben aber doch ganz unterschiedliche Effekte und Zielrichtungen. Probiere es mal aus, du wirst es spüren. Mache an einem Tag eine 30-minütige Yin-Sequenz und am nächsten eine 30-minütige restorative Sequenz. Beide werden dich entspannen, aber auf unterschiedliche Art und Weise. Wenn du das weißt, kannst du immer die für dich passende Praxis für diesen Moment auswählen.

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