Die innere Zicke

Vor einer Weile war ich auf Ibiza in Urlaub. Tolle Insel, ein bisschen teuer vielleicht, aber sie hat eine magische Energie.
Auf der ehemalige Hippie-Insel laufen noch immer einige Alt-Hippies herum. Einem bin ich begegnet, der mit mehreren Tarot-Karten-Sets im Gepäck Touristen und Bewohnern, Abergläubischen und Realisten die Karten legt. Leider hatte ich keine Zeit für eine richtige Session, so zog er für mich nur kurz zwischen Tür und Angel ein paar Karten und deutete diese. Einen Satz, den er dabei sagte war: „Es wird alles noch so viel einfacher, wenn du deine innere Zicke loslässt.“ „Was ich? Eine innere Zicke? So ein Blödsinn, ich bin doch die Ausgeglichenheit in Person und überhaupt“, rebellierte es in mir. Ich muss dazu sagen, ich mag das Wort „Zicke“ nicht. Trotziges Kind, beleidigte Leberwurst, stolze*r Sich-Keinen-Zacken-Aus-Der-Krone-Brecher*in oder ähnliches würde mir besser gefallen. Aber sei’s drum, er sagte eben Zicke.

​​ In den darauffolgenden Tagen habe ich mich also auf die Suche gemacht nach meiner inneren Zicke. In erster Linie, um mir zu beweisen, dass es sie nicht gibt. Aber doch, ab und zu spürte ich dieses innere trotzige „Nein“, diese kleine Rebellion oder dieses „Was denkt der oder die sich eigentlich, wer ich bin?“ oder „Jetzt erst recht nicht“. Nicht, dass diese zickigen Reaktionen schlecht sind, aber es ist doch spannend, sie wahrzunehmen und sich genauer anzuschauen, um dann zu entscheiden, wo die „innere Zicke“ nützlich ist und wo vielleicht auch nicht. 

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